Jour fixe im November

2.11.2011 Mi,09.11.2011, 18 Uhr c.t. Im Moore 21, Vorderhaus, Raum A210 Anke Prochnau (Frankfurt a.M.): Ebenso notwendig wie schwierig: Thematisierung von Männlichkeit Mit den soziologischen Konzepten der hegemonialen Männlichkeit (Connell) und der männlichen Herrschaft (Bourdieu) ist zunehmend die soziale Konstruktion von ‚Männlichkeit‘ Gegenstand der Geschlechterforschung geworden. Das in vielen gesellschaftlichen Bereichen (noch) vorherrschende Leitbild von ‚Männlichkeit‘ ist an die eindeutige Herstellung von heteronormativer und hierarchisierter Zweigeschlechtlichkeit sowie an dichotome und stereotype Geschlechterrollen gebunden. Mittlerweile gibt es eine sich etablierende kritische Männer- und Männlichkeitsforschung, die Beharrungstendenzen von ‚Männlichkeit(en)‘, aber auch deren Veränderungsbedingungen in den Blick nehmen und ein differenzierte(re)s Bild der Geschlechterverhältnisse verhandelt. Anhand von Beispielen aus der politischen Bildung wird der Vortrag erläutern, wie die Konstruktion von ‚Männlichkeit(en)‘ und die Schwierigkeit, diese zu thematisieren zusammen hängen. Dabei soll der Anspruch an kritische, subjektorientierte politische Bildung deutlich werden, welcher nicht die Erweiterung der Thematisierung von struktureller geschlechtsspezifischer Benachteiligung um die Perspektive struktureller geschlechtsspezifischer Privilegierung sein kann. Um die geschlechterübergreifende Konstruktion und Einsozialisierung einer vergeschlechtlichten Machtordnung sowie die darin enthaltenen Brüche, Diskontinuitäten und Kontingenzen von Geschlechtsidentität für die Themen der politischen Bildung in den Blick bekommen zu können, müssen integrative, geschlechterreflektierende Konzepte und identitätskritische (nicht-identitäre) Ansätze berücksichtigen werden. Damit kann die Rekonstruktion kollektiver Deutungsmuster, gesellschaftspolitischer Diskurse und Normen ermöglicht werden, die sich in den Subjekttheorien und damit auch in sozialer wie politischer Praxis niederschlagen. Daran sind auch sozialpsychologische Konzepte von Geschlecht(sidentität) und ‚Männlichkeit‘ zu messen. Plakat zum Jour fixe

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