Jour fixe im März

9.03.2015

Mi, 18.03.2015, 18.00 Uhr
Im Moore 21, Raum A210

Dr. Evelyn Keidel (Hannover):
Vom Judentum zum Christentum – und zurück.
Die psychischen Folgen eines erzwungenen Religionswechsels jüdischer Kinder-Überlebender der Schoa

Im Zweiten Weltkrieg gehörte es zu den erklärten Zielen der national¬sozialistischen Politik, das Judentum durch die Ausrottung seiner Kinder an der Wurzel zu treffen. Dennoch überlebten etliche Kinder, selten durch Eigeninitiative, häufiger durch die Aufnahme in katholischen Klöstern oder in christlichen Pflegefamilien. Dafür mussten sie nicht nur ihre bisherige Lebensform aufgeben, sondern auch das Christentum annehmen. Zu den typischen Folgen dieser identifikatorischen Übernahme gehörte die Introjektion des auf die Kinder projizierten antijüdischen Feindbilds der „Gottesmörder“.
Der Vortrag wird sich mit diesen psychischen Belastungen und kognitiven Umorientierungen beschäftigen, die der erzwungene Religionswechsel den durch das Kriegsgeschehen und die Verfolgung ohnehin extremtraumatisierten Kindern abverlangte.

Dr. Evelyn Keidel hat an der Leibniz Universität Hannover Sozialpsychologie, Geschichte und Religionswissenschaft studiert und 2013 über das Thema des Vortrags promoviert.

Plakat zum Jour fixe

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