Jour fixe im Januar

7.01.2013 16. Januar 2013, 18h Im Moore 21, Raum 210 Heinz-Jürgen Voß (Hannover & Frankfurt): Der deutsche Diskurs um die Vorhautbeschneidung Der Präsident der Bundesärztekammer Montgomery beurteilte das Urteil des Kölner Landgerichts als „für die Ärzte unbefriedigend und für die betroffenen Kinder sogar gefährlich“. Die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie warnte vor den Auswirkungen, die mit der „Missachtung [von] kulturellen und religiösen Identität[en]“ verbunden sein könnten, und regte zu einer toleranten gesellschaftlichen Aushandlung an. Heinz-Jürgen Voß stellt das Buch „Interventionen gegen die deutsche ‚Beschneidungsdebatte‘“ vor, erläutert den medizinischen Forschungsstand und betrachtet den deutschen Diskurs, der rassistisch geprägt war. Horkheimer/Adorno: „Das Wunder der Integration aber, der permanente Gnadenakt des Verfügenden, den Widerstandslosen aufzunehmen, der seine Renitenz hinunterwürgt, meint den Faschismus.“ Dr. Heinz-Jürgen Voß forscht und lehrt zu biologie- und medizinethischen Themen. Zuletzt veröffentlicht: Geschlecht (2011); Intersexualität – Intersex (2012); Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ (2012, gem. mit Salih Alexander Wolter und Zülfukar Çetin).

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