Jour fixe im Februar

1.02.2011 Mi,09.02.2011, 18 Uhr c.t. Im Moore 21, Vorderhaus, Raum A210 Symbol und Nationalisierung der Gesellschaft. Die Erfindung der Türkei Vortrag von und Diskussion mit Mihri Özdogan Nach dem Ersten Weltkrieg verfolgte die kemalistische Elite in der neu gegründeten Republik Türkei mit ihrer systematischen und zum Teil auch gewaltsam betriebenen Kulturpolitik das Ziel eine Nation aufzubauen. Diesen Prozess wird Mihri Oezdogan in seinem Vortrag sozialpsychologisch analysieren. Hierbei stellt sich die Frage, was eine Nation ist: Die nationale Imagination lässt sich nicht auf ihren lediglich kognitiven Gehalt reduzieren. Sie ist also nicht nur als ein über das Medium der Sprache aufgebautes ideologisches Konstrukt aufzufassen, sondern wird vor allem mittels kultureller Symbole präsentativer Art konstituiert. Alfred Lorenzers symboltheoretisches Modell zur Entstehung kollektiver Identitäten, das sich an den Erkenntnissen der Psychoanalyse orientiert, hilft zu erklären, warum die nationale Imagination als ein bildhaftes, traumähnliches Konstrukt zu begreifen ist und wie die Einzelnen mittels kultureller Symbole emotional an die Nation gebunden werden. Die darauf aufbauende sozialpsychologische Analyse der kemalistischen Kulturpolitik soll am Beispiel der Türkei zeigen, wie dort eine über symbolische Praktiken erfolgende Nationalisierung der Gesellschaft vorangetrieben wurde. Plakat zum Jour fixe

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