Jour Fixe im Dezember

8.12.2016

Mi., 14.12.2016, 18:15 Uhr
Im Moore 21, Raum A210

David Jäger:
Die Dialektik der Deprivation.

Entbehrung als zentrale Konstituente der Genese des Autoritären Charakter

Der Hass auf vermeintlich undankbare Flüchtlinge, deren Besitz von modernen Smartphones Empörung und Neid auslöst, kann als Ausdrucksform einer auf Deprivation gegründeten Subjektgenese interpretiert werden, die stark mit der bürgerlichen Kultur verknüpft ist. Seit Homers Odyssee über die Vertreibung aus dem Paradies (Genesis) bis heute sind ästhetische Einflusssphären bürgerlichen Denkens in kulturellen Zeugnissen, als eine „ahnungsvolle Allegorie der Dialektik der Aufklärung“ (Adorno/Horkheimer), auszumachen. Dabei kann der Begriff der Entsagung als ein Schlüsselbegriff zum Verständnis der westlichen Zivilisation und deren Umschlag in die Barbarei genutzt werden.
Vor diesem Hintergrund behandelt der Vortrag den Zusammenhang zwischen Entsagung, Entbehrung und autoritären Charakterdispositionen. Dabei soll vor allem der Frage nach der Bedeutung des Begriffs der Entsagung für eine kritische Theorie der westlichen Zivilisation, der Ausbildung des bürgerlichen Bewusstseins und des Autoritären Charakters nachgegangen werden.

David Jäger studierte Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Erziehungswissenschaften und Germanistik in Würzburg und Psychologie in Erlangen. Er ist Auszubildender zum KJP/PP-Psychotherapeut und promoviert zum Thema „Die Dialektik der Deprivation – Repräsentationen des Autoritarismus in der Literatur des Bürgertums im Lichte der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule“ an den Universitäten Groningen und Hannover.

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