Jour fixe im Dezember

12.12.2011 Mi,09.11.2011, 18 Uhr c.t. Im Moore 21, Vorderhaus, Raum A210 Filmvorführung mit Diskussion: Oi! Warning Regie: Benjamin und Dominik Reding, D 2000 Janosch ist grad 17 geworden, von der Schule geflogen und haut von zuhause ab zu einem Bekannten im Ruhrpott, Koma. Dieser ist Skinhead, unpolitisch, wie er sagt, Janosch ist tief beeindruckt von dem kräftigen und rauhen Kerl. Auch Janosch rasiert sich seine Haare und taucht immer tiefer in die Skin-Szene ein. Die Leute respektieren und fürchten ihn, eine Mitschülerin verliebt sich in ihn, sie kommen sich näher. Aber Koma ist eifersüchtig über das „Fremdgehen“ seines Zöglings. Aus Wut verprügelt er einen Punk, Janosch hilft mit und im Rausch der ersten ausgeteilten Prügel und des ersten sexuellen Kontaktes macht er sich auf den Weg zu einem Tätowierer, der ihm einen Skinhead auf die Brust stechen soll. Dort lernt er den fröhlichen Punk und Feuerschlucker Zottel kennen, der ihn auch sehr fasziniert. Als Komas Häuschen explodiert, explodiert auch Koma: der verprügelte Punk sei schuld, und er schwört, diesen „platt zu machen“. Janosch wird das alles unheimlich, er distanziert sich immer mehr, besucht Zottel, freundet sich mit ihm an und zieht zu ihm auf den Bauwagenplatz. Sie kommen sich näher. Das kann der Skinhead Koma wiederum nicht auf sich sitzen lassen… Der Film zeigt exemplarisch, wie xenophobe und gewaltaffine Lösungsversuche der männlichen Adoleszenzkrise in „die fatalen Sackgassen eines kollektiven Wahns“ führen können, „der sich in Hass und Zerstörung entlädt“ (Lexikon des Internationalen Films). So ist dies auch vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtsextremismus-Diskussion ein sozialpsychologisch aufschlussreicher Film. Plakat zum Jour fixe

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