Jour fixe im Mai

5.05.2011 Mi,11.05.2011, 18 Uhr c.t. Im Moore 21, Vorderhaus, Raum A210 Hans-Jürgen Wirth: Von Hiroshima über Tschernobyl bis Fukushima Was bedeutet die »kriegerische«, was die »friedliche« Nutzung der Atomkraft für unsere seelische Befindlichkeit? Der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki bildet eine historische Zäsur, die sozialpsychologisch als kollektives Trauma der »Gattungs-Identität« (Lifton) verstanden werden kann. Die »friedliche Nutzung der Atomkraft« diente als »Integrationsideologie der fünfziger Jahre« (Radkau) und untermauerte die weltweite Verleugnung der atomaren Gefahr. Die Jugend- und Protestbewegungen der 60er und 70er Jahre formulierten erstmals eine Fundamentalkritik sowohl der friedlichen als auch der kriegerischen Nutzung der Atomkraft. Diese wachstumskritischen Initiativen waren in Westdeutschland besonders heftig, einflussreich und nachhaltig, weil hier die expansionskritischen Bewegungen zusätzliche Impulse aus der Konfrontation mit dem Nationalsozialismus und dem »Zivilisationsbruch« des Holocaust erhielten. Diese psychohistorischen Prozesse werden unter sozialpsychoana-lytischen Gesichtspunkten dargestellt und diskutiert. Plakat zum Jour fixe

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